Vlies richtig aufbügeln – Quicktipps für Nähanfänger

Es gibt so viele Arten von Vlies, die dem Stoff halt geben, oder den Stoff Polstern.

Aber was ist die richtige Methode um das Vlies richtig aufzubügeln, worauf muss man achten? Ist das bei jedem Vlies gleich?

Oder muss ich mein Vlies überhaupt aufbügeln, kann ich das nicht einfach vernähen?

Diese Fragen möchte ich Dir heute anhand einiger Beispiele beantworten.

 

Wozu braucht man Vlies überhaupt?

Vlies ist dazu da, um deine Stoffe zu stabilisieren, bzw. zu verstärken. Oder auch um Stoffe zu wattieren. Wenn man zum Beispiel ein Knopfloch näht und dein Stoff sehr dünn ist, dann ist es immer ratsam, das Knopfloch mit Vlies zu verstärken, da sonst irgendwann der Stoff an dieser stelle reißen kann.

Ein weiteres Beispiel wäre, wenn Du eine Kinderjacke nähst, ist die ohne Vlies natürlich sehr dünn und eventuell nur für drinnen oder an Sommertagen geeignet. Damit man die Jacke auch an etwas kühleren Tagen anziehen kann, wattierst Du die mit einem Volumenvlies.

 

Welches Vlies ist überhaupt das richtige für mich?

Wie ich am Anfang schon erzählt habe, es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Vlies.

Aber ich möchte Dir anhand dieser kleinen Liste zeigen, welche die gängigsten Vliesarten sind, bzw welches Vlies man für was, meistens benutzt:

H250: Für Taschen, Utensilos, bei Knopflöchern (Bügelvlies)

H630: Warme Kleidung, Patchwork, Quiltarbeiten (Bügelvlies)

Thermolam: Topflappen, Unterlagen, Bügelunterlagen (Thermolam wird nur vernäht)

Wahrscheinlich kennst Du die drei Vliesarten schon, was auch kein Wunder ist. Alle diese Vliesarten sind von Freudenberg, bzw. Vlieseline. die mit Vlies wahrscheinlich auch am meisten vertreten ist. Aber dennoch, mit diesen drei Vliesarten die ich hier vorgestellt habe,  kannst Du den größten Teil deiner Arbeiten abdecken.

Auch wenn manche Sachen vielleicht spezieller sind, dafür gibt es aber eine PDF Datei auf der Homepage von Vlieseline: Hier mal der Link dazu!

Dort kannst Du dich über die verschiedensten Sorten von Vlies schlau machen und was ganz praktisch ist, es steht auch gleich dabei wofür man das am besten benutzt und die Verarbeitungsweise.

 

Welche Vliesseite beachten?

Klebeseite von Vlies
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Wenn Du dein Vlies mal ins Licht hälst, oder mal näher schaust, wirst Du entweder sehen, dass die eine Seite glänzt, während die andere Matt ist.

Oder eine Seite ist mit so kleinen Pünktchen versehen, dass hat man oft bei dickerem Vlies.

Auf der gläzenden, sowie auf der Pünktchenseite, ist der Kleber. Diese Seite legst Du in der Regel, immer auf die linke Stoffseite.

 

Wie das Vlies aufbügeln, gibt es eine Anleitung?

Beachte die Hinweise am Vliesrand!
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Bevor Du jetzt anfängst das Vlies zu zerschneiden, schaust Du erstmal an den Rand. Dort siehst Du eine blaue Schrift.

Das ist zum einen ein Pflegehinweis, z.B. was man bei Waschen beachten muss und zum anderen, wie man das Vlies bearbeiten soll.

Hier auf dem Bild siehst Du bei dem oberen Vlies:

  • das man das Vlies bei 40 Grad waschen soll.
  • das P in dem Kreis bedeutet, dass Lösungsmittel Perchlorethylen und Kohlenwasserstoff erlaubt sind.
  • das man auf Stufe 2 Bügeln soll.
  • die 15 Sekunden stehen dafür, dass man das Bügeleisen 15 Sekunden lang auf der Stelle halten soll, damit sich der Kleber mit dem Stoff verbindet.

Bei dem unteren Vlies stehen zum Beispiel nur 8 Sekunden. Hier lässt man das Bügeleisen halt 8 Sekunden, mit Bügelstufe 2, auf der Stelle stehen.

Im Prinzip nicht so schwierig! 🙂

Vlies zurecht schneiden
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So, jetzt kommen wir „fast“ zum eigentlichen Bügeln.

Als erstes schneidest Du das Vlies zurecht. Das kann genauso groß sein wie dein Stück Stoff, oder vielleicht möchtest Du auch nur eine bestimmte Stelle verstärken, dann markierst Du die stellen wo Du verstärken möchtest und schneidest dein Vlies auf diese Stelle zurecht.

Vlies drauf Bügeln
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Nun musst Du nur noch darauf achten, dass die richtige Seite auf dem Stoff liegt, also die Klebeseite.

Dann fängst Du an, von der Mitte nach aussen zu bügeln, weil wenn man von aussen nach innen Arbeitet, kann sich das Vlies verschieben beim bügeln, wenn Du in der Mitte anfängst, ist es schon mal mittig fixiert. Also Du legst das Bügeleisen auf und bleibst mit leichtem Druck auf der Stelle stehen. Wie lange Du auf der Stelle bleibst, siehst Du ja an der blauen Sekundenzahl am Rand.

Dann gehst Du weiter zur nächsten Stelle und bleibst dort wieder stehen, solange es eben vorgegeben ist, bis Du jeden Fleck auf dem Vlies einmal gebügelt, bzw mit dem Stoff verbunden hast.

Schutz zum Bügeln
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Zum Schutz, kannst Du noch ein Geschirrtuch, zwischen Vlies und Bügeleisen, legen.

Hier muss ich aber ganz klar dazu sagen, dass jeder da seine eigene Methode hat.

Manche nehmen ein Geschirrtuch, andere nehmen gar nichts und wieder andere schwören sogar auf Backpapier, da das Geschirrtuch bei manchen wohl auch schon mit verklebt wurde. Ich für meinen Teil hatte noch nie Probleme mit dem Geschirrtuch.

Ich würde Dir aber dazu raten. auf jedenfall irgendetwas als Schutz zu nehmen, egal was. Weil es kann wirklich blöd sein, wenn das Bügeleisen dadurch verschmutzt, oder vielleicht sogar Kleber abbekommt.

Ecken überprüfen
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Jetzt wo Du das Vlies dran gebügelt hast, schaust Du noch ob sich wirklich der Kleber mit dem Stoff verbunden hat.

Vorallem die Ecken überprüfen, diese lösen sich gerne. Einfach schauen ob sich das Vlies mit dem Finger noch lösen lässt. Falls ja, unbedingt nochmal drüber Bügeln, falls nicht, hast Du alles richtig gemacht.

Und nun hast Du deinen Stoff mit Bügevlies versehen. 🙂

Ich hoffe ich konnte Dir mit diesen Beitrag weiterhelfen. Falls Du vielleicht noch eine Frage hast, oder an einer bestimmten Stelle Probleme hattest, kannst Du mir unten in die Kommentare schreiben und ich helfe Dir dann gerne weiter. 🙂

Ich wünsche Dir noch einen schönen Nähtag.

Jana

 

9 Gedanken zu „Vlies richtig aufbügeln – Quicktipps für Nähanfänger

  1. Hallo ich habe mir bei Stoff und Stil Gewebestoff für einen Tasche gekauft und nun wollte ich Vlieseline drauf bügeln.. der Stoff zieht sich zusammen:-/ was mach ich falsch??
    Lg Bettina

    • Hallo Bettina,

      gerne helfe ich Dir weiter. 🙂
      Stoffe können sich zusammen ziehen, wenn sie zu heiß gebügelt werden und z.B. im Stoff Elasthan, Polyester usw. enthalten.
      Aus welchen Materialien besteht der Stoff?
      Ist dein Bügeleisen vielleicht auf zu einer hohen Stufen eingestellt?
      Hast Du mal probiert, das Vlies mit einem feuchten Tuch aufzubügeln?

      Liebe Grüße Jana
      Liebe Grüße Jana

  2. Hallo Jana,
    danke für die Beschreibung. Den pdf-Link finde ich allerdings nicht besonders hilfreich.
    Finde da keine Übersicht…
    Liebe Grüße
    Nicole

    • Hallo Margit,

      vielen Dank für Dein Kommentar. 🙂
      Ich mache es meistens mit einem trockenen Tuch. Wenn in der Anleitung keine genaue beschreibung steht. Oftmals steht aber in den Anleitung, ob Du das Vlies mit einem trockenen oder feuchtem Tuch gebügelt werden musst.

      Ganz liebe Grüße Jana

  3. Wie ist das mit dem Auskühlen? Es gibt solche die sagen ,man solle das Vlies eine halbe Stunde auskühlen lassen,dass es sich entspannen kann. Was meinst du dazu?

    • Hallo Sonja,

      ich persönlich finde eine halbe Stunde völlig übertrieben. Ich lass es nach dem bügeln kurz abkühlen und schaue nach ob das Vlies gut am Stoff klebt.
      Danach vernähe ich es sofort. Bei mir hat sich bis heute nix verzogen nach dem bügeln. 🙂

      Liebe Grüße

      Jana

      • Danke Jana für deinen Kommentar.Genauso habe ich das auch immer gemacht,bin aber froh,das von jemanden bestätigt zu haben.Bei mir muss es beim nähen vorwärts gehen,sonst könnte ich ja stricken.
        Gruss Sonja

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